===== Tag 4 ===== Der Tag war ja im Prinzip schon unter doofer Übergangstag gebucht, je nachdem wann ich den genau angekommen wäre auch als stressiger Übergangstag, es konnte also nur besser werden. Gegen halb sieben bin ich aufgewacht und war auch sowas wie ausgeschlafen. Geschmerzt haben alle verdächtigen Ecken zwar immer noch, aber einfach liegen bleiben wollte ich halt doch nicht. Vor allem brauchte ich ja was zu essen. Ich hatte am Abend davor vergessen mich ins Frühstück einzubuchen, aber groß was gewesen wäre das vermutlich eh nicht. Also bin ich irgendwann gegen halb acht losgezogen. Es war Sonntag und dementsprechend überhaupt nix los. Selbst die Bäckereien hatten zu und Fussgänger gab es nur arg vereinzelt. Ich hatte ein paar Meter zu laufen. Von dem Hotel bis zur City ist es etwas über einen Kilometer. Bis zu dem Tesco zu dem ich eigentlich wollte wären es nochmal zwei gewesen, aber so weit kam ich gar nicht, weil man da als Fussgänger irgendwie nicht hin sollte und ich dann irgendwann vor der Autobahn. Ein paar Meter zurück hab ich aber einen Laden gefunden der alles hatte, sogar einen Schulterbeutel. Und der war wichtig, denn das ganze Zeugs (Obst und Joghurtmilch waren die grossen Gewichtmacher) musste ja irgendwie getragen werden und möglichst nicht von meinen, sich Taub anfühlenden, Händen. Auf den Rückweg wäre ich auch mal schwach genug gewesen das ungarische Eis zu probieren, aber es war immer noch erst halb elf und die Cafes noch zu. Wie ich dann zum Hotel zurückkam traf ich Markus, den langharigen Berliner und irgendeinen Doppelnamen aus Schleswig Holstein. Beide hatten die Tour Abends/Nachts zuvor beendet. Was aus meiner "Truppe" geworden ist konnte ich nicht recht herausfinden, ausser das die Italiener erzählt haben um fünf angekommen zu sein. Was etwas seltsam ist, denn da bin ich ja angekommen. Doppelname ist dann mit seiner Frau an den Balaton abgehauen und Markus hab ich etwas abgewimmelt, denn unsere Taschen waren schon da und damit brach ja meine nächste Etappe sowas wie an. Zum ausgedehnten Brunch aus Brot, Käse, Joghurtmilch, Tomate und Banane kam also noch packen dazu. Beim studieren meiner Touri-Karte von Veszprem viel mir dabei auf, dass die Zug Geschichte wohl etwas komplizierter sein könnte, denn der Bahnhof war sechs Kilometer weit weg. Aua. Half ja aber alles nix also hab ich mein Zeug gepackt, mir die Reisetasche auf den Rücken geworfen und bin losgeeiert. Es ging auch so halbwegs, aber eigentlich auch nur dadurch dass ich viel bergab Rollen konnte. Der Zug war dann nochmal komisch. Die Tante da hat mir zwar anstandlos ein Fahrradticket verkauft, aber die nächsten drei Züge von 12-1500 sollten laut dem aushängenden Plan keine Räder mitnehmen. Na toll, dachte er sich. Weil die da alle nur Magyar sprachen und ich nicht dagelassen werden wollte hab ich mein Fahrrad in meinem Beutelchen verpackt. Was ganz gut klappte, aber so richtig kleiner wird es so halt auch nicht, vor allem wenn man die Laufräder mit reintut. Es gab dann aber scheinbar doch sowas wie ein Gepäckabteil, was ich ja aber nicht wusste und entsprechend auch nicht drin war. Nur der Schaffner war mit dem Teil auf dem Gang nicht glücklich wurde es dann aber indem ich damit einfach zwei Sitze blockierte. Na von mir wegen. Mein Hotel in Budapest hatte ich ja extra in Bahnhofsnähe reserviert. Allerdings Keleti, den Bahnhof östlich der Donau, der mit Deli, westlich der Donau, nicht sinngebend verbunden ist. Also hieß es nochmal Radfahren. Yay. Das war dann aber wirklich die letzte Hürde, später gab es noch Pizza und am nächsten morgen musste ich noch zum Zug rollen und damit heimfahren. Fertig.


2014/03/18 17:44