====== Tag 1 ====== * Faul wie ich bin habe ich erst einmal von Abends um 10 bis früh um 9 geschlafen. Frühstücken und packen dauerte eine ganze Weile v.a. weil ich noch kein rechtes System hatte, aber gegen 1130 kam ich dann endlich los. Da stellte ich dann auch fest das ich in meinem Übermut eine ganze Ecke von meinem eigentlichen Weg abgekommen war zu dem ich erst einmal per Backtracking zurückfinden musste. * Das Radreisen in Dänemark war i.a. sehr schön - entlang der meisten Vernverkehrsstraßen gab es zumeist einen Fahrstreifen für Fahrräder oder einen Radweg. Nur das "zumeist" war nervig, denn wenn es mal keinen Radweg gab waren die Straße des öfteren Streckenweise für Räder gesperrt. Für diesen Zweck gab es dann i.a. Umleitungen die aber nicht sehr hilfreich ausgeschildert waren. Höhepunkt war ein Kreisverkehr mit Abzweigen nach links und rechts und einem Schild in Richtung geradeaus. Nachdem ich das Prinzip (Umleitung finden und dann so gut wie es geht der einmal eingeschlagenen Himmelsrichtung folgen) eingesehen hatte hielt sich zum Glück die Rumsucherei in Grenzen. Ein weiterer positiver Punkt in Dänemark war die Sorgfalt bei Bordsteinkanten, die auf Radwegen immer sorgfältig abgeschrägt waren so das ich mir selbst mit meinem Schwer beladenen Reiserad keine Sorgen machen brauchte. * Gegen 1800 mußte ich dann einsehen, dass ich mein geplantes Ziel nicht erreichen würde und da ich keine Lust hatte mein Zelt im Dunkeln aufzubauen suchte ich mir den nächstbesten Zeltplatz. Der war sogar richtig schön, nahe der Hauptstraße in einem Wald am "Scandeborg Lake". Die Vorgabe für den nächsten Tag lautete nach Blick auf die Karte "Früh Aufstehen" um es am nächsten Tag nach Hirtshals zu schaffen. ====== Tag 2 ====== * So viel zum Thema früh aufstehen.. Gegen 0800 quälte ich mich aus dem Zelt und fing an meinen Kram zusammenzupacken was auch halbwegs schnell klappte. Von der Dame an der Rezeption wo ich meine 70 DKR (guter Preis) bezahlte erfuhr ich dann, das ich sogar noch 250Km bis Hirthals vor mir hatte. Das war mir dann für einen Tag doch ein bisschen zu unrealistisch, v.a. weil sich die ersten Wehwehchen vom Radfahren zeigten (die aber wie ich besser in Rhythmus kam wieder weggingen) um mein Rücken noch von der Zug-Aktion am Samstag schmerzte. Nach ein wenig hin- und herüberlegen suchte ich mir also den nächsten Bahnhof und kaufte mir ein Ticket nach Aalborg - das war ein bisschen weiter als notwendig, aber ich dachte mir "what the heck". Kekostet hat mich der Spaß 210 DKR (etwa 30 EUR) und war ne ganz schöne Geldverschwendung, aber das war der ganze Urlaub aus dem richtigen Blickwinkel schließlich auch. * Die Bahnleute waren schon total gestresst weil der Zug 5 Minuten Verspätung hatte und mein Planloses rumlaufen um herauszufinden wo ich denn mit meinem Rad hinsoll half nicht gerade. Weil ich aber, zum Glück, einen Platz mit reserviert hatte wollten sie mich auch nicht einfach stehen lassen und hetzten mich nur am Zug entlang und hinein. Dabei hob ich kurzerhand mein Rad mit allem Gepäck in den Zug hinein (von der Höhe vergleichbar mit den alten Regionalbahn-Wagen nur breiter) - eine Aktion die ich selbst mit dem deutlich leichteren Rad auf der Rückreise nicht wiederholen konnte. Adrenalin ist also doch ab und an hilfreich. * Nachdem ich in Aalborg ausgestiegen war fuhr ich in aller Ruhe auf einer etwas abgelegenen Straße nach Hirtshals, erlebte dabei noch ein paar lustige und nervige Radumfahrungen und kam relativ früh dort an. Die Zeit nutze ich zum baden und zum anschauen einiger WW2 Strandbunker. Ich war dort auch durchaus nicht der einzige Deutsche, aber große Lust zur Sozialisierung hatte ich nicht und ging recht früh schlafen.