====== Tag 6 ====== * Beim Aufstehen war es erst einmal eiskalt, da meine Badestelle wunderschön im Schatten lag. Ich hatte vor den Lyssefjord (an dem auch der Prejkstolen ist) mit der Fähre entlang zu fahren um dann von dort aus weiter Richtung Osten zu radeln. Die Idee dazu hatte ich bekommen nachdem ich eine Postkarte von dem Anstieg am Ende des Lyssefjord gesehen hatte, denn dort geht es von 0m auf knapp 1000m an einem Stück bergauf. Da ich nicht wusste wann die Fähre fährt machte ich mich früh auf den Weg nur um in Forsand festzustellen, dass ich noch bis 1400 Zeit hatte. Aus lauter langweile ging ich erst einmal einkaufen, suchte mir ein ruhiges Plätzchen irgendwo im Nirgendwo und aß erst einmal (500g Brot + 200g Krabbensalat). Danach schaute ich mir noch ein paar wiederaufgebaute Wikingerhütten an, die dort in der Gegend rumstanden und irgendwann wurde es auch Zeit sich zur Fähre zu begeben. * Dort sammelten sich eine lustige Menschengruppe an - u.a. eine Kindergruppe deren Betreuer mit Gewehren und Patronengurten Aufmarschierten (andere Länder andere Sitten, schätze ich). Mit einer der Mütter unterhielt ich mich eine Weile übers Radreisen - sie war u.a. schon in Schottland und Schweden unterwegs gewesen und eine kleine Gruppe deutscher Urlauber gab es auch, die mir das neuste rund um die Bundestagswahl erzählten. Irgendwann kam dann die Fähre und die Fahrt mit selbiger war total cool. Sie fuhr sehr schnell (ganz vorne im Fahrtwind hielt ich es nur ein paar Minuten aus) und das Wetter war auch ganz gut. Wir sahen auch den Prejkestolen von unten, aber da ist er nicht wirklich was Besonderes. Schon eher 'besonders' fand ich die vereinzelten Häuser an den hängen des Fjord die mitten im Nirgendwo nur per Fähre und Lastaufzug/Fußmarsch erreichbar sind. * Die Anschließende Fahrt den Berg hinauf war total abartig. Nach dem ersten Kilometer leicht bergauf ging es zwei lange Serpentinen durch einen Tunnel (hab ich schon erwähnt, dass das abartig war?) und wann weiter Serpentinen, zunächst 6km lang gleichmäßig mit max. 10% Anstieg und dann noch 4km wechselhaft. Nach den 6km (die meiner Meinung nach schon abartig genug wahren) stand ein Wanderheim/Gaststätte in dem ich eigentlich in Ruhe essen und eventuell übernachten wollte, aber wie es der Zufall wollte war es gerade an dem und dem folgenden Tag geschlossen, vermutlich wegen des gerade stattfindenden Schaftriebes. * Als ich dann den höchsten Punkt erreicht hatte wurde mir auch langsam bewusst, das mir das nicht viel brachte es ging weiterhin von Bergkuppe zu Bergkuppe mit teilweise richtig heftigen Anstiegen, die zum Glück nie sehr lang wahren so das ich mit Zähne zusammenbeißen immer noch hinauf kam. Schieben war ja mit dem voll beladenen Rad auch keine schöne Option. Einen Platz zum schlafen gab es dort oben auch nicht, denn wie ich dort erstmals feststellte besteht Norwegen überhalb der Baumgrenze (die dort bei 800m oder so liegt) nur noch aus Felsen und Sumpfgras. Auf ersterem halten die Heringe nicht gut und in letzterem ist es ein wenig feucht. Wie ich so langsam immer nervöser wurde ging es aber zum Glück immer mehr bergab bis sich irgendwann das nächste Tal zeigte. Am Talboden angekommen führte gleich der erste Weg abseits der Straße zu einer netten kleinen Wiese mit Fluss wo ich mich stehenden Fußes niederließ. * Zu essen gab es dasselbe wie an den meisten Tagen - 250g Nudeln mit Tütensoße und Brot. Je schwieriger die Etappe desto mehr Brot, also an diesem Tag ganz schön viel. ====== Tag 7 ====== * Am 7.Tag schlief ich noch einmal recht lange, bis ca halb 10. Dann ging ich erst einmal in den Fluss baden und nach dem Zusammenpacken fuhr ich gemütlich los. Viel anderes blieb mir auch nicht übrig, denn es ging gleich wieder aus dem Tal hinaus und ich komme früh nicht sehr gut in die Gänge erst recht nicht wenn es gleich bergan geht. Die Gegend dort war sehr schön, auch das Wetter war sonnig, allerdings ging ein sehr kalter Wind. Anhalten war gleichbedeutend mit frieren, was mich aber nicht so störte, denn wenn ich einmal in Fahrt bin halte ich eh kaum an. Daher gibt es auch von den Tagen 7-16 kaum Bilder, da ich anhalten nur um Photos zu machen einfach nicht mag. * Gegen 1800 fing ich an mir einen Platz zum schlafen zu suchen und fand auch ein halbwegs schönes Plätzchen nahe der Straße. Da es recht kalt war gönnte ich mir erstmals eine halbe Tasse Whiskey, was sehr schön war - es wurde zwar nicht wärmer, aber die Kälte störte nicht mehr so sehr.